Dienstag, 11. Mai, 2010
Kürzlich haben wir hier im CiL-Blog das Video “L²P in verständlichem Deutsch” veröffentlicht. In diesem Blogbeitrag möchten wir nun berichten, wie dieses Video entstanden ist.
Wir wählten bewusst einen strukturierten Entwicklungsprozess, der sich an professionelle Vorgehensweisen anlehnte, um nicht nur ein ansprechendes Video zu produzieren, sondern darüber hinaus herauszufinden, welche Vor- und Nachteile dies gegenüber einer weniger professionell geplanten Adhoc-Produktion bringt.

Unsere einzelnen Entwicklungsschritte waren:
- Brainstorming zur Themenfindung und Festlegung des Formats
- Synopsis des Inhalts (+ Zielgruppe) in 4-5 Sätzen
- Skizzierung eines groben comicartigen Storyboards für die ersten Szenen
- Erstellung und anschließende Überarbeitung eines detaillierten Drehbuchs
- Erstellung aller Zeichnungen basierend auf diesem Drehbuch
- Einsprechen des Drehbuchs im Studio des Hochschulradio Aachen
- Anfertigen der einzelnen Fotos basierend auf den Zeichnungen
- Fotobearbeitung in einem Bildbearbeitungsprogramm
- Zusammenfügen von Bildern, Audioaufnahme, Musik und anderen Geräuschen mit Hilfe einer Schnittsoftware
- Einarbeitung von Feedback
- Erstellung eines Intros und Outros
- Produktion in einem geeigneten Format
- Upload auf einer geeigneten Video-Plattform
Diese Schritte wurden natürlich zwischendurch um zahlreiche kleine Diskussionen, Feedbackrunden und Absprachen ergänzt.
Wie sieht unser Drehbuch im Detail aus? Nun, dass lässt sich am einfachsten am Original demonstrieren, welches Sie über diesen Link aufrufen können: Podcast-Drehbuch zu “L²P in verständlichem Deutsch”.
Der Zeitaufwand summierte sich schätzungsweise auf etwas mehr als eine 40-Stunden-Arbeitswoche, wobei wir alle keine Übung in Videoproduktion hatten und sich die Bearbeitung der unterschiedlichen Schritte aufgrund diverser anderer Projekte über mehrere Wochen verteilte. Beteiligt waren vier Personen (2 WiMi/2 Hiwi), die allein und/oder zu zweit Aufgaben wie “Drehbuch schreiben”, “Storyboard zeichnen”, “Audio einsprechen”, “filmische Umsetzung” und “Nachbearbeitung” übernahmen. Der Arbeitsaufwand betrug aber nicht für jeden eine Woche, sondern insgesamt (also etwa 2-3 Tage pro Person). Mit mehr Übung lässt sich der Zeitaufwand aber wohl deutlich reduzieren.
Folgende wesentliche Vorteile haben sich aus der beschriebenen Vorgehensweise ergeben:
- die Aufgabenteilung funktionierte problemlos
- jede/r hatte insgesamt einen geringeren Aufwand
- es war eine gute Zusammenarbeit im Team möglich
- alle hatten ein klares, ähnliches Bild vom Endprodukt
- gute Audio- und Bildqualität als Resultat
Nachteile sind/waren jedoch z.B.:
- Einzelschritte teilweise recht zeitaufwändig: z.B. Drehbuch-Erstellung
- nicht immer hat man Zugang zu einem professionell ausgestatteten Aufnahmestudio
Unser Fazit:
Die Videoproduktion hat uns Spaß gemacht und wir wollen gern weiterlernen! Als nächstes werden wir eventuell ein etwas anderes Format wählen, z.B. um die Bedienung des Lehr- und Lernportals L²P zu erklären. Dann wird es sinnvoll sein, auch mal von den Zeichnungen abzuweichen und mit Hilfe von Screencapture-Programmen zu zeigen, was auf dem Bildschirm wirklich zu sehen ist. Wir möchten demnächst auch herausfinden, ob wir auch ohne ein detailliertes Drehbuch gut zusammenarbeiten und ein gutes Ergebnis erzielen können. Was wir immer beibehalten möchten, ist, bei der Ideenentwicklung (und Motivation) eines Podcasts kreativ zu sein, damit es später interessant ist, ihn bis zum Ende anzuschauen…
Wenn Sie Interesse daran haben, selbst Podcasts für Ihre Lehrveranstaltungen zu produzieren, werfen Sie doch mal einen Blick in unser aktuelles Schulungsprogramm. Im Workshop Podcasting in der Hochschullehre sind noch einige Plätze frei!