Montag, 28. Januar, 2013
Wohin entwickelt sich L²P? Wie können die Studierenden am Entwicklungsprozess mitwirken? Wie lassen sich die Entwicklungen für die Nutzerinnen und Nutzer transparent machen? Um diese und weitere Fragen rund um die Entwicklung des Lehr- und Lernportals der RWTH Aachen zu diskutieren, veranstaltete das CiL im Dezember 2012 einen Workshop mit den VertreterInnen der RWTH-Studierenden aus AStA, Fachschaften und Kommission zur Qualitätsverbesserung in der Lehre. Im regen Austausch wurden anstehende Entwicklungsprojekte unter die Lupe genommen und Ideen gesammelt, wie die Nutzbarkeit von L²P durch neue und überarbeitete Komponenten erhöht und die tägliche Lernerfahrung der Studierenden noch besser unterstützt werden kann.
Zur Einführung gab Prof. Ulrik Schroeder, wissenschaftlicher Leiter des CiL, einen Überblick über die geplanten Entwicklungsrichtungen (vgl. Präsentation L²P-Workshop Dezember 2012). Diese verteilen sich auf 6 Bereiche:
- Assessment & Feedback: Der Übungsbetrieb wird überarbeitet und die Usability verbessert. Zur Unterstützung von Open Assessment wird eine neue Peer-Review-Komponente eingeführt, die bereits prototypisch eingesetzt wird. Ein ebenfalls neues Assessment-Flow-Tool unterstützt Lehrende bei der transparenten Planung von Aufgaben, die im Laufe des Semesters von Studierenden zu erbringen sind. Der bestehende Grade-Book-Prototyp, in dem sich die erbrachten Leistungen verwalten lassen, wird überarbeitet und als feste Komponente in L²P integriert.
- Mobiles Lernen: Aufbau eines L²P-Appstores zur Unterstützung des mobilen Zugriffs auf Lernrauminhalte. Das CiL stellt Schnittstellen zur Verfügung und entwickelt ein Rahmenkonzept, das bestimmte Vorgaben macht für Code, Design und Authentifizierungsmechanismus. Interessierte Studierende können auf Basis der Vorgaben selbständig Apps entwickeln und anderen Studierenden über den Store kostenlos zur Verfügung stellen. Die Studierenden werden so direkt in die L²P-Entwicklung eingebunden.
- Kollaboratives Lernen: Neue virtuelle Gruppenarbeitsräume erleichtern Studierenden die Zusammenarbeit in L²P, sei es für Projekte oder die Vorbereitung auf Prüfungen. Möglichkeit zur Kommentierung und Bewertung (Rating) von Lernmaterialien.
- Selbstorganisiertes Lernen: Die Veranstaltungsübersicht wird in Form eines Dashboards neugestaltet. Gemeinsam mit persönlichen Arbeitsbereichen können Studierende ihre Inhalte individuell organisieren.
- Videobasiertes Lernen: Unterstützung des Lernens über Videos jenseits von Vorlesungsaufzeichnungen.
- Learning Analytics: Ausbau des Protoyps exploratory Learning Analytics Toolkit (eLAT), mit dem sich der Gebrauch bereitgestellter Inhalte, Nutzereigenschaften, Nutzerverhalten und Assessment-Ergebnisse erforschen und zueinander in Beziehung setzen lassen. Die Komponente hilft Studierenden ihr Lernverhalten zu reflektieren und kann Empfehlungen für weitere Lernschritte generieren.
Hinzu kommt generell die Verbesserung der Usability des Systems. Gemeinsames Ziel der Projekte ist, die Interaktions-, Kommunikations- und Kollaborationsmöglichkeiten der Studierenden in L²P zu stärken.
Begleitend zur Entwicklung werden alle Projekte in Kürze auf einer neuen Projektwebseite vorgestellt, die in die bestehenden CiL-Webseiten eingegliedert wird. Dort werden Ziel und Inhalt jedes Projektes beschrieben. Skizzen, Screenshots oder kurze Videos geben zusätzlich einen visuellen Eindruck. Eine Bewertung- und Kommentarfunktion gibt allen interessierten Dozierenden und Studierenden die Möglichkeit, ihre Meinung zu äußern und das Projekt zu bewerten.
Nach der einführenden Projektpräsentation hatten die Studierenden Gelegenheit, Feedback zu den geplanten Entwicklungsprojekten zu geben und ihre eigenen Anregungen, Ideen und Wünsche zur Entwicklung des Portals zu äußern. Die angeregte Diskussion konzentrierte sich auf folgende Bereiche:
- Bugfixes und Bugtracker
- Verbesserte Usability. Hier wurde insbesondere die Möglichkeit zum bequemeren Download von Lernmaterialien gewünscht, etwa in Form einer Dropbox-Anbindung mit automatischer Synchronisation. Angeregt wurde zudem eine verbesserte Übersicht über die Struktur der Veranstaltung und neue Materialien und Aufgaben. Bessere Usability wünschten sich die Studierenden darüber hinaus vor allem beim Übungsbetrieb und beim Grade-Book-Prototyp.
- Mobile L²P-Version und Beteiligung der Studierenden an App-Entwicklung
- Mehr Kommunikations- und Kollaborationsmöglichkeiten (E-Mails an andere KursteilnehmerInnen, Chats, Einbindung von Social Media, Gruppenarbeit, Teilen und gemeinsames Annotieren und Bearbeiten von Dokumenten, Möglichkeit zur Kommentierung und Bewertung von Lernmaterialien)
- Datenschutz bei Assessment Tools und Learning Analytics
Für mehr Informationen zu den DIskussionspunkten vgl. Sie bitte die ausführliche Zusammenfassung L2P-Workshop Dezember 2012.
Insgesamt bestätigen die Rückmeldungen der Studierenden, dass die Weiterentwicklung des L²P (studierendenzentriertes Lernen, kollaboratives Lernen, Appstore, Verbesserung Assessment & Feedback, konfigurierbare Arbeitsbereiche für Studierende/Gruppen, Unterstützung durch Learning Analytics, videobasiertes Lernen) und die Begleitmaßnahmen (Transparenz der Projekte, Beteiligung aller Nutzerinnen und Nutzer) in die richtige Richtung weisen. Die vielen Ideen und Anregungen senden zudem ein klares Signal, dass diese Beteiligungsmöglichkeit angenommen und daher in regelmäßigen Abständen fortgeführt und um weitere Formate wie Umfragen ergänzt wird. Die Dozierenden als zweite große Nutzergruppe werden über vergleichbare Veranstaltungen und Umfragen ebenfalls einbezogen. Entsprechende Workshops zu konkreten Themen wie L²P-Appstore für mobile Apps, videobasiertem Lernen etc. sind in Planung.