Schlagwort: exzellente lehre

Blended Learning und Exploratory Teaching Space (ETS) – Jetzt Förderung beantragen!

Die RWTH Aachen läutet die nächste Förderrunde für den Exploratory Teaching Space (ETS) ein. Mit diesem Instrument wurden seit 2009 mehr als 40 innovative Projekte gefördert, die geholfen haben, die Qualität der Lehre an der Hochschule nachhaltig zu steigern. Ursprünglich Bestandteil des Zukunftskonzepts exzellente Lehre, mit dem die RWTH im Wettbewerb exzellente Lehre des Stifterverbands und der Kultusministerkonferenz der Länder erfolgreich war, setzt die RWTH nun die Förderung neuer Ideen zur Verbesserung der Lehrqualität fort.

Studenten an der RWTH Aachen

Copyright: Peter Winandy

Unter dem neuen Titel “Blended Learning/ETS” verlagert sich der Fokus hin zur Förderung mediengestützter Lehre. Bis 2017 stellt die RWTH Aachen rund 5 Millionen Euro an Projektmitteln zur Umsetzung von Blended Learning-Konzepten bereit. Seit 16. April 2014 läuft die neue Förderrunde, für die insgesamt 450.000 Euro zur Verfügung stehen. Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Doktorandinnen und Doktoranden der Hochschule bzw. durch sie vertretene Gruppen können sich bis 15. Juli 2014 online mit einem Blended Learning-Konzept bewerben, das folgende Kriterien erfüllt:

  • Transformation von reiner Präsenzlehre hin zu Blended Learning
  • Förderung eigenständigen studentischen Lernens
  • Erzeugung von Synergien mit anderen Fachbereichen bzw. Fakultäten
  • Ausgedehnte Zielgruppe
  • Nach Anschubfinanzierung selbsttragendes Konzept

Alle Anträge werden durch ein RWTH-internes Auswahlgremium evaluiert.

Weitere Informationen zur Ausschreibung im Aufruf Blended Learning/ETS und in der Anleitung zur elektronischen Antragstellung.

ExAcT Qualification – neues Zertifikats- und Seminarprogramm für das SS 2014

Logo ExAcTZum Start des SS 2014 hat das Center for Excellence in Academic Teaching (ExAcT) seine aktuellen Weiterbildungsprogramme veröffentlicht. Das ExAcT Qualification Seminarprogramm bietet Lehrenden zahlreiche Workshops und Seminare rund um die Planung und Durchführung von Lehrveranstaltungen und die Auswahl geeigneter Methoden und Medien.

Zertifikate ExAcTIm neuen Zertifikatsprogramm können Lehrende der RWTH Aachen University drei aufeinander aufbauende Zertifikate erwerben: basics, extensions und advanced. Sie spiegeln das Engagement in der Lehre, den Werdegang als Lehrperson und die hochschuldidaktische Qualifikation. Das Programm ist besonders für Beschäftigte empfehlenswert, die eine Karriere im wissenschaftlichen Umfeld anstreben und einen Nachweis ihrer hochschuldidaktischen Qualifikation für Bewerbungs- oder Berufungsverfahren wünschen.

Weitere Informationen finden sie auf der ExAcT-Webseite.

RWTH App – die Sieger stehen fest

Vor zwei Wochen wurden die Sieger des Ideenwettbewerbs für die App der RWTH Aachen gekürt. Wie das Logbuch Lehre berichtet, wählte eine Jury unter insgesamt 204 eingereichten Vorschlägen die besten vier Ideen aus. Diese wurden von den jeweiligen Ideengebern im Rahmen des ETS-Ideentages vorgestellt, wo das Publikum den Sieger küren konnte.

Der erste Platz ging dabei mit 142 Punkten an Christian Oberfranz, der seinen Vorschlag unter dem Namen “My RWTH” einreichte. Er selbst bezeichnet seine App als “Schweizer Taschenmesser” für den Studierendenalltag, bei der ein einziger Login genügt. Sein Vorschlag war nicht nur sehr detailliert ausgearbeitet, sondern hat auch bereits Prioritäten zur Umsetzung gesetzt.

Mit 138 Punkten nur knapp dahinter platzierte sich die App-Idee von Julian Palzer. Sein Vorschlag “RWTHome” steht unter dem Motto “Eine exzellente Universität braucht eine exzellente App”. Neben einem Guide für Neustudenten steht auch die Freizeitplanung im Fokus.

Der Vorschlag “RWTH Shareware” von Tobias Schmidt kam mit 133 Punkten auf den dritten Platz. Mit dem Leitspruch “Think about sharing – Share your thinking” liegt das Hauptaugenmerk dieser App-Idee auf dem Teilen – sowohl von Büchern, als auch von Wissen.

Den vierten Platz belegte Jan Brinker mit seinem Konzept “iLectures“. Neben klassischen Features wie einem Mensaplan sieht dieses Konzept interaktive Folien zu Lehrveranstaltungen vor, die einen Austausch unter Kommilitonen und ein Feedback für die Lehrstühle bieten. So könnten etwa Fragen auf den Vorlesungsfolien platziert und von Kommilitonen beantwortet oder Verbesserungsvorschläge gemacht werden.

Derzeit arbeitet das Rechenzentrum gemeinsam mit dem CiL daran, mit der Implementierung des sicheren Authentifizierungsverfahrens OAuth2 eine Sicherheits-Infrastruktur aufzubauen, die garantiert, dass die Verarbeitung personalisierter Daten aus L²P durch eine App datenschutzkonform ist. Das CiL stellt ergänzend dazu dokumentierte Schnittstellen zu L²P bereit. Nach Abschluss dieser Vorarbeiten soll möglichst viel von den Ideen durch die Medien-Matses des RZ in konkrete Apps umgesetzt werden.

Workshop: Erhöhung der Interaktivität von Vorlesungen durch Audience Response-Systeme

Ein Problem, das vor allem teilnehmerstarke Veranstaltungen haben, sind die mangelnden Interaktionsmöglichkeiten mit den Studierenden. Dabei werden solch interaktiven Elementen, wie etwa direktem Feedback oder Reflexion in individuellen Lerneinheiten, besonders hohe Lerneffekte zugeschrieben. Mit Hilfe von Audience Response-Systemen haben Dozierende die Möglichkeit, diese interaktiven Elemente in den Frontalunterricht einzubauen und sich so auch in Vorlesungen mit vielen Teilnehmern die positiven Lerneffekte zunutze zu machen. Das Center of Excellence in Academic Teaching (ExAcT) bietet zu diesem Thema einen Workshop an.

Der Workshop “Einsatz von Audience Response-Systemen” findet am Donnerstag, 13. Juni, von 9 bis 16 Uhr statt. Er wird geleitet von Dr. med.vet. Melanie Simon (MME und zertifizierte Trainerin des Kompetenzzentrums Medizindidaktik Badem-Württemberg).

Die Angebote des Qualifizierungsprogrammes ExAcT Qualification stehen allen MitarbeiterInnen der RWTH Aachen offen. Die Teilnahme ist kostenlos. Der Workshop “Einsatz von Audience Response-Systemen” richtet sich vor allem an Lehrende, die auch in großen Veranstaltungen interaktive Lehre anbieten wollen.

Nähere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

ETS-Projekt: “Etablierung eines interdisziplinären Problemorientierten Praktikums”

Dritter Teil unserer Rückblicke auf die Projekte des Exploratory Teaching Space (ETS) der RWTH Aachen University, gefördert aus Mitteln der Exzellenzinitiative in der Lehre des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft. In früheren Beiträgen stellten wir schon die Projekte “Kommunikationsmethoden” und “RWTH Academic Simulation Game Portal & das PM-Key Planspiel” vor.

Logo Exzellente LehreDas ETS-Projekt “Etablierung eines interdisziplinären Problemorientierten Praktikums” von M. Baumann, A. Ritter, D. Abel und S. Gründer aus den Instituten für Physiologie, Regelungstechnik und Angewandte Medizintechnik dient der Einführung eines Praktikums, dessen Versuchsplanung, Durchführung, Auswertung und Logistik weitestgehend in die Verantwortung der Studierenden übertragen wird. Hintergrund ist, dass die Vermittlung praktischer medizinischer Fähigkeiten (skills) und Einstellungen (attitudes) an Studierende der Natur- und Ingenieurwissenschaften mit dem Nebenfach Medizin aufgrund von häufig unterschiedlichen Denk- und Handlungsweisen eine besondere Herausforderung darstellt. Diese Vermittlung kann jedoch sehr gut in Form von praktischen Versuchen stattfinden. Die drei an diesem Projekt beteiligten Institute haben gemeinsam Themen für Praktika identifiziert, die wichtige Lernziele aus den Bereichen der Medizin und der Technik fachübergreifend und zielgruppenzentriert umsetzen.

Am Beispiel des Problemorienteierten Praktikums („POPL“) Blutdruckphysiologie werden Ablauf und Anspruch deutlich:
Die Teilnehmer des Praktikums informieren sich während ihrer Vorbereitung und im Rahmen einer Vorlesung zunächst über die Grundlagen der Kreislaufanatomie und -physiologie (Block 1 von 4, vgl. Tabelle). In der Einführungsveranstaltung (Block 2) werden sie in Kleingruppen à ca. 6 Teilnehmer eingeteilt; jede dieser Gruppen erhält ein digitales Datenaufnahmegerät (Labquest) mit den benötigten Sensoren und Verbrauchsmaterial. Mit Hilfe eines an die Gruppenanzahl angepassten Peyton-Schemas werden die korrekte Verwendung des Geräts und der Sensoren praktisch im Hörsaal vermittelt. Die zu bearbeitende Praktikumsaufgabe (Block 3) besteht darin, dass jede Gruppe ein Szenario definiert, mit dessen Hilfe die Änderung der Kreislaufparameter durch äußere Einflüsse gemessen und physiologisch begründet werden kann. Nach Freigabe der Themen durch die Tutoren haben die Gruppen bei freier Zeiteinteilung ca. 2 Wochen Zeit, ihre Messungen durchzuführen, auszuwerten und einen Praktikumsbericht zu schreiben. Dieser Bericht wird als Protokoll eingereicht und muss von den Tutoren zur Anerkennung des Praktikums freigegeben werden. Er wird anschließend zur Vorbereitung einer Präsentation (Block 4) vor der Kohorte in einem abschließenden Hörsaaltermin verwendet.

Sehr oft ist die Themenwahl der Gruppen einfallsreich, z. B. Auswirkungen eines Sprungs vom 10 m-Brett im Schwimmbad, eines Dauerlaufs bei trainierten und untrainierten Kommilitonen oder der Verzehr extrem scharfer Speisen. Die eigene Wahl des Themas und der Messanordnung unterstützt die Verantwortung und Sorgfalt bei Erstellung, Durchführung und Auswertung der Messungen bei diesem Ansatz des forschenden Lernens.

Tabelle zum AblaufIn den vergangenen beiden Semestern haben jeweils ca. 120 Studierende am POPL teilgenommen. Das POPL, das aus den sieben Schritten des Problemorientierten Lernens (POL) und kleinen Ergänzungen besteht, kann gut in zwei Präsenzterminen im Hörsaal und in einem praktischen Teil durchgeführt werden. Eine enge Führung und die beiden Freigabeschritte erwiesen sich als erforderlich für eine erfolgreiche Umsetzung des Konzepts. In den in Vorversuchen durchgeführten Evaluationen betonten 58 % der Teilnehmer, dass sie den Kurs als hoch motivierend und kreativ empfanden. 40 % hoben die positiven Ergebnisse auf die Gruppendynamik hervor. Die vorgesehene Bearbeitungszeit wurde als ausreichend beschrieben, jedoch berichteten einige Gruppen, dass sie in Block 3 aufgrund der hohen Motivation freiwillig sehr viel länger mit Messung und Auswertung verbrachten. Mit einer Gruppengröße von 10 und mehr Personen kann ein POPL nicht sinnvoll durchgeführt werden.

Das POPL Blutdruckphysiologie ist eine sinnvolle und motivierende Veranstaltung für Studierende und Dozenten. Es wurde im Rahmen dieses ETS-Projekts in curriculare Veranstaltungen der Institute für Physiologie, Angewandte Medizintechnik und Regelungstechnik integriert und wird dort verstetigt.

ETS-Projekte 2011

Wir haben in den vergangenen Wochen über die Ergebnisse einiger der mittlerweile beendeten Projekte aus dem Exploratory Teaching Space (ETS) der RWTH Aachen University berichtet. So über das RWTH Academic Simulation Game Portal & PM-Key Planspiel des IMA/ZLW & IfU oder das Projekt Kommunikationsmethoden des Lehrstuhls für Anglistische Sprachwissenschaft. Weitere Berichte folgen in den nächsten Wochen.

Mittlerweile stehen die Projekte fest, die in der zweiten Antragsrunde bewilligt wurden. Aus den eingereichten 44 Anträgen wurden 11 ausgewählt. Alle Projekte zielen darauf ab, neue Lehr- und Lernkonzepte auszuprobieren, die den Studierenden insbesondere in der Studieneingangsphase Unterstützung bieten und mediendidaktische Aspekte berücksichtigen. Konkrete Ziele sind, so heißt es im Aufruf zur aktuellen Bewerbungsrunde,

Unterstützung bei der individuell-persönlichen Studierendenfokussierung
Stärkung der Autonomie und Selbstbestimmung, soziale Eingebundenheit sowie
Kompetenzerfahrung
Weiterentwicklung der Lehr- und Lernkonzepte mit neuen Medien
Verstärkung der Gruppen- und Projektarbeit
Verbesserung der Angebote in der Studieneingangsphase
Breitenwirkung
Übertragbarkeit auf andere Studiengänge

Die bewilligten Projekte versuchen die Umsetzung dieser Ziele auf verschiedenen, aktuell heiß diskutierten Wegen. “PELE: Personal Exploratory Learning Environments” des Lehr- und Forschungsgebiets Informatik 9 wählt den Ansatz eines Personal Learning Environments; das Audiovisuelle Medienzentrum und die Klinik für Zahnärztliche Prothetik, Implantologie und Biomaterialien des Universitätsklinikums Aachen geht den Weg des Gesture Based Computings in einem Projekt zum “Erlernen praktischer Fertigkeiten mit Hilfe von gestenbasierten Übungen am Beispiel der Übungseinheit ‘Alginat-Anmischtechnik’”; das Projekt “IGEL – Interaktive Großveranstaltungen für eine exzellente Lehre” des IMA/ZLW & IfU wiederum setzt auf Audience Response Systems, die mittels Smartphones und anderer mobiler Endgeräte der Studierenden umgesetzt werden sollen; die beiden Projekte “‘transAction’ – Ein webbasiertes Lernspiel für die Wirtschaftswissenschaften” des Lehr- und Forschungsgebiets Internationale Wirtschaftsbeziehungen und “Implementierung einer interaktiven, virtuellen Zelle zur Unterstützung des Zellbiologieunterrichts für Biologen und Mediziner”, ein Gemeinschaftsprojekt der Fachbereiche Informatik und Medizin, widmen sich dem Game Based Learning.

Die Liste der geförderten Projekte findet ist auf den Webseiten der RWTH abrufbar. Dort findet sich auch ein Link zu den ausführlicheren Beschreibungen, der jedoch nur netzintern verfügbar ist.

Browserplanspiele im Hochschuleinsatz: Das RWTH Academic Simulation Game Portal & das PM-Key Planspiel

Teil 2 des Rückblicks auf die Projekte des Exploratory Teaching Space (ETS) der RWTH Aachen University, gefördert aus Mitteln der Exzellenzinitiative in der Lehre des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft. Nach dem Projekt “Kommunikationsmethoden”, das wir hier vorgestellt hatten, geht es diesmal um Game Based Learning.

Dr. Eckart Hauck und Alexander an Haack vom IMA/ZLW & IfU setzten im Sommersemester 2011 das Lehrprojekt “RWTH Academic Simulation Game Portal (ASiGo)” um. Ausgangspunkt ihrer Überlegungen war die Frage, wie sich praxisbezogenes Problembewusstsein ohne entsprechende Berufserfahrungen erzeugen lässt und wie Studierende für die Bedeutung fachfremder Inhalte sensibilisiert werden können. Eine erprobte Antwort des IfU und des ZLW auf diese Frage sind Labore, in denen die theoretischen Inhalte der Vorlesungen „Projektmanagement“ und „Kommunikation und Organisationsentwicklung“ anhand simulierter Problemstellungen praktisch ausprobiert werden können. Ein weiterer Ansatz sind Onlineplanspiele, in denen die Studierenden ohne Risiko eine problemorientierte Simulation der Vorlesungsinhalte erleben können. In derartigen Planspielen erfordert die zum Erfolg führende Spielstrategie von den Spielern das Erarbeiten von Wissen und Sammeln von Erfahrungen, die automatisch dem Verständnis der Vorlesungsinhalte dienen. In seiner digitalen Form nutzt das darauf basierende „digital game-based learning“ die Gestaltungsmöglichkeiten und das Motivationspotential computerbasierter Spiele, um derartige Lerneffekte zu vermitteln.

Im Lehrprojekt „RWTH Academic Simulation Game Portal (ASiGo)“ wurden nun bis August 2011 die Grundlagen für den verstärkten Einsatz von Planspielen in der Lehre geschaffen sowie exemplarisch ein Browserplanspiel für die Vorlesung des IfU „Projektmanagement für Studierende der Physik“ entwickelt und eingesetzt. Im Sinne einer allgemeinen Verbesserung der universitären Lehre lag der Anspruch von ASiGo darin, die Entwicklung und den Einsatz von Browserplanspielen signifikant zu erleichtern. Zum einen musste daher eine Spiel-Plattform geschaffen werden, mit der sich neue Planspiele technologisch leicht umsetzen lassen. Um jedoch auch den Aufwand der Spielentwicklung zu reduzieren wurde zudem ein Vorgehensmodell geschaffen, welches anleitet, Planspiele für beliebige Wissensgebiete nach dem IfU Key-Konzept zu entwickeln. Dieses am IfU entwickelte Konzept eignet sich insbesondere für das Schaffen von Bewusstsein für die zentralen Herausforderungen einer Problemstellung sowie für das Vermitteln entsprechender Lösungsansätze.

Durch Anwendung des Vorgehensmodells und der Browserspiel-Plattform war es möglich, das Planspiel PM-Key („der Schlüssel zum Projektmanagement“) zur Vermittlung von Projektmanagementkompetenz mit einer Vorlaufzeit von lediglich einem Semester zu entwickeln und semesterbegleitend über einen Zeitraum von drei Wochen einzusetzen. Ergebnis war, dass auch Studierende, die durchschnittlich selten die Präsenzveranstaltungen besuchen, dieses Lehrmittel nutzten und so mit den Vorlesungsinhalten und den Herausforderungen des Projektmanagements vertraut gemacht wurden. Plattform und Planspiel werden nun bezüglich Inhalte und Spielmechanik weiterentwickelt, um die Lehreffektivität kontinuierlich zu erhöhen.

Dieser Beitrag ist weitgehend identisch mit einem Artikel aus “Angedacht”, der Institutszeitung des IMA/ZLW & IfU. Für weitere Informationen zum Projekt und seinem Erfolg wenden Sie sich bitte an Herrn Alexander an Haack.

ETS-Projekt “Kommunikationsmethoden”

Im Wintersemester 2010/2011 wurde am Lehrstuhl für Anglistische Sprachwissenschaft der RWTH Aachen unter der Leitung von Professor Dr. Paul Georg Meyer ein Projekt mit dem Titel „Kommunikationsmethoden“ durchgeführt. Das Projekt wurde im Rahmen des Exploratory Teaching Space (ETS) aus Mitteln der Exzellenzinitiative in der Lehre des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft gefördert. Ziel des Projekts war es, die bestehenden computergestützten Kommunikationsformen in der Hochschullehre qualitativ und quantitativ zu untersuchen und einige Empfehlungen zur Verbesserung der Kommunikation insbesondere in studentischen Arbeitsgruppen auszusprechen. Tatiana Serbina und Markus Roth haben die Ergebnisse zusammengefasst:

Die Untersuchungen zum Medienverhalten der Studierenden in den Studienfächern Anglistik und Soziologie haben ergeben, dass hauptsächlich per E-Mail kommuniziert wird, obwohl den Studierenden viele Mittel zur Kommunikation und Kollaboration zur Verfügung stehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Terminvereinbarung, technische Realisierung von Projekten oder Texterstellung geht: Jeweils 94,0% (233), 78,0% (184) und 70,7% (169) Studierende der Anglistik finden das Medium E-Mail für diese Kommunikationszwecke sehr gut geeignet. So wurde besonders in den Fokusgesprächen deutlich, dass gemeinsame Texte und Präsentationen nicht in dazu geeigneten Wikis verfasst, sondern als Anhänge von E-Mails geschickt werden, bis das Ergebnis fest steht. Wenn es erforderlich ist, wird der Text danach einfach in ein Wiki kopiert. Dies könnte dadurch erklärt werden, dass die Studierenden nur das Produkt und nicht den Prozess ihrer Arbeit öffentlich machen möchten. Um kollaboratives Arbeiten dennoch zu ermöglichen, könnten persönliche virtuelle „Nischen“ für die studentischen Arbeitsgruppen geschaffen werden (zum Beispiel indem im Lehr- und Lernportal L²P bestimmte Bereiche für Dozenten nicht zugänglich sind).

Es wurde auch festgestellt, dass das Medium Telefon nur dann eine Konkurrenz zur E-Mail darstellt, wenn Studierende etwas Dringendes besprechen möchten. Jedoch wird der synchrone Kommunikationsweg Telefon dafür nicht wie erwartet besser, sondern (nur) genauso positiv bewertet. Nach unserer Hypothese dringt ein unerwarteter und synchron zu beantwortender Telefonanruf zu weit in die Privatsphäre der Studierenden ein, so dass die Telefonnummern in den neu gebildeten Arbeitsgruppen oft nicht ausgetauscht werden. Auf diese Weise können synchrone Kommunikationswege nur beschränkt in der Hochschullehre verwendet werden. Weiterhin haben die Ergebnisse der Umfragen gezeigt, dass soziale Netzwerke relativ häufig zur Kommunikation mit den Kommilitonen eingesetzt werden. So haben 23,9% (57) der Anglistik-Studierenden angegeben, das Medium öfter als 10-mal pro Semester für Hochschulzwecke zu benutzen. Das Medium hat gute Noten für Kommunikation innerhalb fast aller Projektphasen erhalten: Z.B. haben soziale Netzwerke 48,5% (116) geholfen, organisatorische Fragen miteinander zu klären. Da die in sozialen Netzwerken integrierte Chat-Funktion eine interaktive Kommunikation ermöglicht, die für Zusammenarbeit in den Gruppen sehr hilfreich sein kann, wäre es wünschenswert, diese Kommunikationsform verstärkt in der Lehre zu nutzen und möglicherweise in eine bereits vorhandene Plattform wie das L²P zu integrieren. Auch die Anzeige des Online-Status anderer (Seminar-)Teilnehmer kann hilfreich sein.

Falls Sie genauere Informationen zum Projekt wünschen oder den kompletten Bericht zugesandt bekommen möchten, wenden Sie sich bitte per Mail an: serbina@anglistik.rwth-aachen.de oder roth@anglistik.rwth-aachen.de.

Projektanträge für das Exploratory Teaching Space (ETS) 2011

Die RWTH Aachen fördert auch 2011 wieder kreative Lehr- und Lernprojekte im Exploratory Teaching Space (ETS). Das ETS ist eine Plattform zur Förderung innovativer Lehr- und Lernkonzepte und ist Teil des Konzepts, mit dem die RWTH beim “Wettbewerb exzellente Lehre” des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft ausgezeichnet wurde. 2010 erhielten die 9 bewilligten Projekte aus den verschiedenen Fakultäten der RWTH so insgesamt 250.000 Euro.

Ab sofort können Lehrende der RWTH neue Projektvorschläge einreichen. Diese sollten auf die Unterstützung der Studierenden insbesondere in der Studieneingangsphase fokussieren und ihre Autonomie und Selbstbestimmung stärken. Weitere Auswahlkriterien sind die Einbindung neuer Medien, die Einbindung von Gruppen- und Projektarbeit, die Breitenwirkung und die Übertragbarkeit auf andere Studiengänge. Die neuen Projekte starten zum 1. Oktober 2011 und laufen 6-12 Monate. Die Bewerbungsfrist endet am 24. Juni 2011.

Mehr Informationen bietet der ETS-Aufruf 2011. Ansprechpartnerin ist Frau Dr. Elke Müller.

Sieger im Wettbewerb exzellente Lehre!

Die RWTH Aachen wird mit ihrem Zukunftskonzept „Studierende im Fokus der Exzellenz“ im Wettbewerb „exzellente Lehre“ ausgezeichnet. Sie gehört damit zu den sechs Universitäten, deren Konzepte zur Verbesserung der grundständigen Lehre in der deutschen Hochschulentwicklung durch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) mit einem Preisgeld von 1 Mio. EUR gefördert werden. Das Preisgeld soll in erster Linie für die Optimierung der studienvorbereitenden Informationen, für eine bessere Betreuung in der Studienanfangsphase und für die Entwicklung innovativer Projekte in der Lehre eingesetzt werden (Siegerprojekt-Kurzbeschreibungen). Mehr Informationen können Sie in den Pressemeldungen des Stifterverbands und der RWTH Aachen nachlesen.