Mittwoch, 7. Juli, 2010
Die RWTH-Lehrveranstaltung „eLearning (V3+Ü2)“ besteht aus einer wöchentlich zweimal stattfindenden Präsenzveranstaltung, an welcher die Studierenden aus Sicht der Lehrenden regelmäßig teilnehmen sollten. Die Anwesenheit der Studierenden wird nicht per Anwesenheitsliste oder anderweitig überprüft. Es wird lediglich zu Beginn der Veranstaltung darauf hingewiesen, dass die Anwesenheit sowie eine aktive Teilnahme erwartet werden.

Um die Studierenden frühzeitig auf den parallel bereitgestellten L²P-Lernraum aufmerksam zu machen und um ihre Vorkenntnisse in Bezug auf eLearning in Erfahrung zu bringen bzw. diese Vorkenntnisse zu aktivieren, wird eine Woche vor der ersten Vorlesung eine Umfrage in L²P veröffentlicht.

Der Dozent versendet zeitgleich mit der Freischaltung der Umfrage eine Willkommensemail an alle Studierenden, in welcher er die Veranstaltungsteilnehmer begrüßt, sie zur Teilnahme an der Umfrage auffordert, das didaktische Konzept der Veranstaltung mit aktiver Teilnahme kurz erläutert, auf die erste Übung hinweist und sie darum bittet, sich über eine persönliche Wiki-Seite im Gemeinsamen Bereich des L²P-Lernraums vorzustellen. Die persönlichen Wiki-Seiten sollen dazu führen, dass die Studierenden sich schneller kennenlernen können und dadurch Kommunikation und Kollaboration einfach initiiert werden kann.

Ca. zwei Tage vor dem ersten Treffen wird von einer Betreuungsperson eine weitere Email als Erinnerung an die Studierenden verschickt, da beim ersten Anlauf leider häufig nicht alle Studierende reagieren (sichtbar anhand der Anzahl der Umfrageteilnehmer und Zugriffsstatistiken). Durch die Erinnerungsemail kann eine hohe Teilnahmequote an der Umfrage als auch eine recht hohe Zahl der freiwillig erstellten persönlichen Wiki-Seiten erreicht werden. Auf die Ergebnisse der Umfrage wird im Rahmen der ersten Vorlesungstermine insofern eingegangen, als dass neben organisatorischen Dingen die Definitionen von eLearning mit den Studierenden besprochen werden.
Während fast jeder Vorlesungseinheit werden die Studierenden vom Dozenten immer wieder aktiv eingebunden, um passiver Lernhaltung vorzubeugen. Zum einen werden regelmäßig Mitdenk-Fragen an alle Studierenden gestellt. Jeweils ein Student bzw. eine Studentin muss seine/ihre Gedanken zur Frage laut formulieren. Damit klar ist wer antworten soll, wird ein kleines Spielzeug-Gehirn nach jeder Antwort von Student-zu-Student weitergereicht. Immer derjenige, der das Gehirn in der Hand hält, wird vom Dozenten aufgefordert als erstes die Frage zu beantworten. In der Regel werden weitere Meinungen mit der Weitergabe des Gehirns eingeholt. Dieser Ansatz sorgt dafür, dass alle aktiv mitarbeiten und nicht immer nur wenige. Zum anderen werden zu geeigneten Themen kleine 5-minuten-Übungen durchgeführt, die dann kurz in Gruppen bearbeitet und abschließend auszugsweise mit allen Studierenden diskutiert werden. Die Nutzung des Gehirns wurde dieses Semester jedoch nach ein paar Terminen eingestellt, da die Teilnehmenden angaben, dass diese Methode eher für Jüngere geeignet sei.

Wie jeder Vorlesungstermin bei den Studierenden angekommen ist, wird zudem analysiert bzw. anonym evaluiert. An jedem Termin werden One-Minute-Paper, kleine Papierschnipsel auf denen immer die gleichen vier Fragen (Vorder- und Rückseite jeweils zwei Fragen) stehen, verteilt.


Jeder Teilnehmer bzw. jede Teilnehmerin beantwortet die Fragen in Stichworten in der letzten Minute der Vorlesungszeit. Jeweils ein Studierender pro Termin hat die Aufgabe, die ausgefüllten One-Minute-Paper am Ende der Vorlesung einzusammeln und eine Wiki-Seite gemäß einer Vorlage im L²P-Lernraum zu erstellen, welche alle eingesammelten Stichworte pro Frage zusammengefasst und unter Angabe der Nennungshäufigkeit darstellt. Für diesen Zweck wird vorab eine Vorlage im Wiki-Bereich des L²P-Lernraums bereitgestellt.

Der Dozent geht am Anfang des Folgetermins kurz auf die Feedbacks ein und nutzt dies, um an die Inhalte der vorherigen Stunde anzuknüpfen, offene Fragen zu klären, und durch Rückfragen an die Studierenden aktiv in die anstehende Stunde einzusteigen.
Zusätzlich zu den Informationen in der Vorlesung gibt es zahlreiche Lernmaterialien, die im Lernportal L²P bereitgestellt und in einer verlinkten Lernmatrix dargestellt werden. Zu jedem Vorlesungstermin können die Studierenden die Folien des Vortrags sowie eine Vortragsaufzeichnung (eLecture) herunterladen bzw. online betrachten (Eine Auswahl dieser eLectures kann übrigens über iTunesU heruntergeladen werden). Weiterhin werden pro Themenkomplex relevante Links genannt sowie Literatur in der L²P-Literaturliste zur Verfügung gestellt, die teilweise auch auf digitalisierte Aufsätze verwiesen.

Neben der Vorlesung und den genannten Lernmaterialien gibt es einen Übungsbetrieb, durch welchen die Studierenden die in der Vorlesung vorgestellten Theorien und Konzepte praktisch und projektbasiert anwenden können. Auch hier wird die aktive Teilnahme der Studierenden gefordert. Der Übungsbetrieb wird online durch den L²P-Übungsbetrieb unterstützt. Alle ein oder zwei Wochen werden neue Übungsblätter online veröffentlicht. Die von den Studierenden meist in Teams eingereichten Lösungen zu Übungsaufgaben werden benotet und samt umfangreichem, informativem Feedback zurückgegeben. Über ein paar Klicks können alle Übungen mit einer eindeutigen Übungsgruppen-ID versehen ausgedruckt werden. Die Korrekturen erfolgen handschriftlich, werden anschließend eingescannt und dann den Studierenden automatisiert zugestellt. Für die Verwaltung der Noten wird zurzeit das Bewertungsmodul von L²P im Pilotbetrieb getestet, welches eng mit dem L²P-Übungsbetrieb verzahnt ist.

Die Abschlussevaluation der Veranstaltung wird – wie alle RWTH-Veranstaltungen – über EvaSys-Fragebögen durchgeführt, die den Studierenden Mitte des Semester zur Verfügung gestellt und zentral ausgewertet werden.