Schlagwort: best practice

Wie bewegt man Studierende in (Online-)Diskussionen zu Beiträgen? Ein paar Tipps

Michelle Everson gibt im eLearn Magazine Anregungen, wie man Studierende in Online-Diskussionen zu eigenen Beiträgen bewegt, um ergiebige Diskussionen zu erhalten. Everson ist Dozentin für Quantitative Methods of Education im Department of Educational Psychology der University of Minnesota. Sie unterrichtet in erster Linie Statistik und gibt schon seit Jahren Online-Kurse. 2009 erhielt sie einen Distinguished Teaching award des College of Education and Human Development at the University of Minnesota. Außerdem zählt sie zu den Statistik-Editoren von MERLOT, einer Plattform für Open Educational Resources.

In ihrem Artikel “Getting Students to Talk in the Online Course” stellt Everson in knapper Form einige Szenarien dar, die sie selbst in verschiedenen Statistikkursen erfolgreich erprobt hat. Die Fragestellungen sind dabei so komplex und praxisnah gewählt, dass die Studierenden die ihnen bekannten Konzepte in konkreten Szenarien anwenden müssen, um Lösungen für die gestellten Probleme zu finden oder diese zu bewerten. Entscheidend ist dabei, dass es für die gestellten Fragen keine einfachen Antworten, sondern häufig mehrere Wege zur Lösung gibt. Eversons Anregungen können Lehrenden (und nicht nur solchen aus dem Gebiet der Statistik) weiterhelfen, die nicht genau wissen, wie sie Online-Diskussionen initiieren und in Gang halten sollen. Gleichzeitig sind ihre Tipps mit gewissen Veränderungen durchaus auf die Präsenzlehre übertragbar.

Zwei Veranstaltungen zu ePortfolios im November

Zwei Hinweise auf Veranstaltungen, die ePortfolios gewidmet sind. Zum einen lädt die Pädagogische Hochschule Freiburg vom 18.-19. November 2011 zum internationalen Workshop ePortfolios in Learning and Instruction – Visions, Concepts, Experience. In der Ankündigung heißt es zu Ziel und Inhalt:

“This workshop is designed as a place to network with people from different backgrounds and expertise with regard to electronic portfolio, a fast emerging topic on the international horizon of higher education. Bring your current developmental project, your ideas, or simply your creative energy and join others doing their homework in figuring out how to implement and use e-portfolios to improve individual reflective practice, digital learning, and institutional assessment across higher education. Let yourself be inspired by posters, workshops, and Open Space facilitated by experienced e-portfolio practitioners and specialists. Listen to international leaders of the e-portfolio community while they provide you with latest trends in the development of answers to pressing needs with regard to literacy management in an ever changing global knowledge economy.”

Eine Woche vorher, am 11. November 2011, laden studiumdigitale, das Zentrum für Lehrerbildung & Schul- und Unterrichtsforschung (ZLF) sowie das Institut für Didaktik der Mathematik und Informatik (IDMI) gemeinsam mit der TU Darmstadt zum Fachforum ePortfolio ein. Die Veranstaltung findet im Gästehaus der Goethe Universität Frankfurt am Main statt und gibt allen am Thema Interessierten Gelegenheit, Konzeptionen, Erfahrungen und Praxisbeispiele für den Einsatz von ePortfolios vorzustellen und auszutauschen.

In einem Call for Contributions sind Interessenten daher aufgerufen, bis zum 18. September Vorträge zu Erfahrungen, Einsatzszenarien oder Evaluationen (ca. 20 Minuten plus Diskussion), Poster oder HandsOn-Präsentationen (ca. 10 Minuten) einzureichen. Die Szenarien können aus Schulunterricht, Hochschullehre oder ebenso gut aus der Erwachsenenbildung stammen. Mehr Informationen zum Fachforum und zum Aufruf im Blog von studiumdigitale.

Lektüreempfehlung: Hamburger E-Learning-Magazin 06/2011

Das Zentrale eLearning-Büro (ZeB) der Universität Hamburg gibt seit Dezember 2008 halbjährlich das “Hamburger eLearning-Magazin” heraus. Jede Ausgabe ist einem anderen Schwerpunktthema gewidmet, flankiert von Berichten aus der allgemeinen eLearning-Lehrpraxis, Neuigkeiten aus der eLearning-Entwicklung, Terminen und einem Call for Papers für die jeweils kommende Ausgabe.

Schwerpunktthema der aktuellen Ausgabe ist E-Learning in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit einigen ebenso kurzen wie interessanten Artikeln, etwa zu “Projektorientiertes eLearning in Journalistik und Kommunikationswissenschaft”. Darin wird über ein praxisnahes Seminar für Masterstudierende berichtet, die eine Studie zum Thema „Corporate Publishing – PR als Journalismus“ erstellen sollten. Ziel war hier die Aktivierung der Studierenden und die Erarbeitung eines öffentlich präsentierbaren Produktes.

Ein weiterer Artikel behandelt “Die Lernplattform LOTSE – Fachliche Recherche und wissenschaftliches Schreiben in der Politikwissenschaft”. Hier wird die von der Universitäts- und Landesbibliothek Münster betriebene Lernplattform LOTSE vorgestellt, die fächerübergreifende Informationen zu Recherchetechniken, online verfügbaren Datenquellen und zum Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten zum Selbststudium bereitstellt. Die am LOTSE-Projekt beteiligten Bibliotheken erweitern dieses Basismaterial um fachspezifische Informationen. Im konkreten Fall wurde ein Tutorial speziell für die Bedürfnisse der Politikwissenschaften entwickelt, das neben LOTSE auch über das Rechercheportal ViFaPol verfügbar ist.

Wie immer kann das komplette Magazin im PDF-Format online gelesen werden.

Beispiel einer Blended-Learning-Vorlesung mit L²P

Die RWTH-Lehrveranstaltung „eLearning (V3+Ü2)“ besteht aus einer wöchentlich zweimal stattfindenden Präsenzveranstaltung, an welcher die Studierenden aus Sicht der Lehrenden regelmäßig teilnehmen sollten. Die Anwesenheit der Studierenden wird nicht per Anwesenheitsliste oder anderweitig überprüft. Es wird lediglich zu Beginn der Veranstaltung darauf hingewiesen, dass die Anwesenheit sowie eine aktive Teilnahme erwartet werden.

Um die Studierenden frühzeitig auf den parallel bereitgestellten L²P-Lernraum aufmerksam zu machen und um ihre Vorkenntnisse in Bezug auf eLearning in Erfahrung zu bringen bzw. diese Vorkenntnisse zu aktivieren, wird eine Woche vor der ersten Vorlesung eine Umfrage in L²P veröffentlicht.

Der Dozent versendet zeitgleich mit der Freischaltung der Umfrage eine Willkommensemail an alle Studierenden, in welcher er die Veranstaltungsteilnehmer begrüßt, sie zur Teilnahme an der Umfrage auffordert, das didaktische Konzept der Veranstaltung mit aktiver Teilnahme kurz erläutert, auf die erste Übung hinweist und sie darum bittet, sich über eine persönliche Wiki-Seite im Gemeinsamen Bereich des L²P-Lernraums vorzustellen. Die persönlichen Wiki-Seiten sollen dazu führen, dass die Studierenden sich schneller kennenlernen können und dadurch Kommunikation und Kollaboration einfach initiiert werden kann.

Ca. zwei Tage vor dem ersten Treffen wird von einer Betreuungsperson eine weitere Email als Erinnerung an die Studierenden verschickt, da beim ersten Anlauf leider häufig nicht alle Studierende reagieren (sichtbar anhand der Anzahl der Umfrageteilnehmer und Zugriffsstatistiken). Durch die Erinnerungsemail kann eine hohe Teilnahmequote an der Umfrage als auch eine recht hohe Zahl der freiwillig erstellten persönlichen Wiki-Seiten erreicht werden. Auf die Ergebnisse der Umfrage wird im Rahmen der ersten Vorlesungstermine insofern eingegangen, als dass neben organisatorischen Dingen die Definitionen von eLearning mit den Studierenden besprochen werden.

Während fast jeder Vorlesungseinheit werden die Studierenden vom Dozenten immer wieder aktiv eingebunden, um passiver Lernhaltung vorzubeugen. Zum einen werden regelmäßig Mitdenk-Fragen an alle Studierenden gestellt. Jeweils ein Student bzw. eine Studentin muss seine/ihre Gedanken zur Frage laut formulieren. Damit klar ist wer antworten soll, wird ein kleines Spielzeug-Gehirn nach jeder Antwort von Student-zu-Student weitergereicht. Immer derjenige, der das Gehirn in der Hand hält, wird vom Dozenten aufgefordert als erstes die Frage zu beantworten. In der Regel werden weitere Meinungen mit der Weitergabe des Gehirns eingeholt. Dieser Ansatz sorgt dafür, dass  alle aktiv mitarbeiten und nicht immer nur wenige. Zum anderen werden zu geeigneten Themen kleine 5-minuten-Übungen durchgeführt, die dann kurz in Gruppen bearbeitet und abschließend auszugsweise mit allen Studierenden diskutiert werden. Die Nutzung des Gehirns wurde dieses Semester jedoch nach ein paar Terminen eingestellt, da die Teilnehmenden angaben, dass diese Methode eher für Jüngere geeignet sei. ;)

Wie jeder Vorlesungstermin bei den Studierenden angekommen ist, wird zudem analysiert bzw. anonym evaluiert. An jedem Termin werden One-Minute-Paper, kleine Papierschnipsel auf denen immer die gleichen vier Fragen (Vorder- und Rückseite jeweils zwei Fragen) stehen, verteilt.

Jeder Teilnehmer bzw. jede Teilnehmerin beantwortet die Fragen in Stichworten in der letzten Minute der Vorlesungszeit. Jeweils ein Studierender pro Termin hat die Aufgabe, die ausgefüllten One-Minute-Paper am Ende der Vorlesung einzusammeln und eine Wiki-Seite gemäß einer Vorlage im L²P-Lernraum zu erstellen, welche alle eingesammelten Stichworte pro Frage zusammengefasst und unter Angabe der Nennungshäufigkeit darstellt. Für diesen Zweck wird vorab eine Vorlage im Wiki-Bereich des L²P-Lernraums bereitgestellt.

Der Dozent geht am Anfang des Folgetermins kurz auf die Feedbacks ein und nutzt dies, um an die Inhalte der vorherigen Stunde anzuknüpfen, offene Fragen zu klären, und durch Rückfragen an die Studierenden aktiv in die anstehende Stunde einzusteigen.

Zusätzlich zu den Informationen in der Vorlesung gibt es zahlreiche Lernmaterialien, die im Lernportal L²P bereitgestellt und in einer verlinkten Lernmatrix dargestellt werden. Zu jedem Vorlesungstermin können die Studierenden die Folien des Vortrags sowie eine Vortragsaufzeichnung (eLecture) herunterladen bzw. online betrachten (Eine Auswahl dieser eLectures kann übrigens über iTunesU heruntergeladen werden). Weiterhin werden pro Themenkomplex relevante Links genannt sowie Literatur in der L²P-Literaturliste zur Verfügung gestellt, die teilweise auch auf digitalisierte Aufsätze verwiesen.

Neben der Vorlesung und den genannten Lernmaterialien gibt es einen Übungsbetrieb, durch welchen die Studierenden die in der Vorlesung vorgestellten Theorien und Konzepte praktisch und projektbasiert anwenden können. Auch hier wird die aktive Teilnahme der Studierenden gefordert. Der Übungsbetrieb wird online durch den L²P-Übungsbetrieb unterstützt. Alle ein oder zwei Wochen werden neue Übungsblätter online veröffentlicht. Die von den Studierenden meist in Teams eingereichten Lösungen zu Übungsaufgaben werden benotet und samt umfangreichem, informativem Feedback zurückgegeben. Über ein paar Klicks können alle Übungen mit einer eindeutigen Übungsgruppen-ID versehen ausgedruckt werden. Die Korrekturen erfolgen handschriftlich, werden anschließend eingescannt und dann den Studierenden automatisiert zugestellt. Für die Verwaltung der Noten wird zurzeit das Bewertungsmodul von L²P im Pilotbetrieb getestet, welches eng mit dem L²P-Übungsbetrieb verzahnt ist.

Die Abschlussevaluation der Veranstaltung wird – wie alle RWTH-Veranstaltungen – über EvaSys-Fragebögen durchgeführt, die den Studierenden Mitte des Semester zur Verfügung gestellt und zentral ausgewertet werden.

LearnTec 2009: Messe und Kongress in Karlsruhe

Vom 3.-5- Februar findet in Karlsruhe die LearnTec - 17. internationaler Kongress & Fachmesse für Bildungs- und Informationstechnologie – statt. Unter dem Motto “Bildung ist Nährboden für die Zukunft” haben Sie die Möglichkeit drei Tage lang in Austellungen, Demonstrationen, Vorträgen Workshops und Diskussionsrunden wissenswerte, interessante Themen und Trends der Gebiete eLearning, Didaktik, Best Practice und Wissensmanagement sowie neue Technologien zu sehen und kennen zu lernen (vollständiges Programm des Kongresses). Empfehlenswert ist bereits jetzt schon ein Blick in das ausführliche Glossar, in welchem zahlreiche Begriffe aus dem Bereich eLearning erklärt werden. Für Studierende kostet die Drei-Tages-Karte für Messe und Kongress 115,00€, für andere Hochschulangehörige 270,00€ (mehr zu den Kosten).

Auch 2009 präsentieren wir Ihnen auf der LEARNTEC die Zukunft des Lernens sowie die aktuellen E-Learning Lösungen für den Einsatz in Ihrem Unternehmen oder Ihrer Bildungseinrichtung. Neueinsteiger und Experten für E-Learning und Wissensmanagement finden hier die passenden Produkte, Anwendungen und Dienstleistungen für Ihren individuellen Bedarf. (LearnTec)

Neuartiger Workshop für den Austausch von Lehr-/Lern-Erfahrungen mit L²P

Am kommenden Freitag, den 31.10.2008 um 9:30 Uhr treffen wir uns im CiL-Seminarraum mit Lehrenden der RWTH, um den didaktischen Erfahrungsaustausch anzuregen. Wir haben dieser Veranstaltung den Titel “L²P Best Practice Workshop” gegeben. Unsere Motivation und Hoffnung ist, dass durch die Präsentation und Diskussion von konkreten Einsatzszenarien und Erfahrungen mit dem Einsatz eines Lernportals (hier: L²P) gute Praxisbeispiele ausgetauscht werden können.

Am Freitag werden wir uns insbesondere mit dem kollaborativen Arbeiten sowie dem Lehren und Lernen mit L²P beschäftigen. Antworten zu den Fragen, wie z.B. “Wie beginne ich mit Hilfe von virtuellen Lernräumen das Semester?“, “Wie können Wiki-Seiten in Lehrveranstaltungen eingesetzt werden?“, “Was muss bei der Veranstaltungsplanung beachtet werden?” oder “Wie kommt kollaborative Online-Zusammenarbeit bei den Studierenden an?” können diskutiert werden.

Wir selbst sind schon gespannt auf den Workshop! Wenn Sie sich angesprochen fühlen und gerne teilnehmen möchten, schreiben Sie einfach eine kurze E-Mail an info@cil.rwth-aachen.de.