E-Tests

Einige Argumente für ihren Einsatz

Wie lässt sich in einer Lehrveranstaltung nachhaltiger Lernerfolg sicherstellen? Die bloße Informationspräsentation mit Abfrage des Gelernten in einer abschließenden Prüfung reicht dazu in der Regel nicht aus. Umso mehr als Studierende häufig erst kurz vor der Prüfung damit beginnen, den Lernstoff durchzuarbeiten – mit negativen Folgen für Prüfungsergebnis und Wissensaufbau.

Erfolgversprechender ist es, die kontinuierliche und selbständige Auseinandersetzung mit dem Lernstoff zu fördern. Eine erprobte Möglichkeit, die Lernaktivität zu fördern, sind elektronisch gesteuerte Tests (eTests, vgl. Abb.). Mit ihnen lässt sich der Lernstoff formativ, d.h. veranstaltungsbegleitend und in regelmäßigen Abständen abfragen. Die eTests helfen so den Studierenden, den eigenen Lernfortschritt besser nachzuvollziehen und das eigene Lernverhalten zu reflektieren. Sie erleichtern zudem die Vorbereitung auf Abschlussprüfungen.

Beispiel-eTest in L²P

Die Dozierenden erhalten dank der Tests einen Überblick über den aktuellen Wissensstand der Studierenden und können Wissensdefizite einfacher diagnostizieren. Dies gilt selbstverständlich auch dann, wenn sich Dozierende vor dem Start einer Veranstaltung einen Überblick über das Vorwissen der Studierenden verschaffen wollen.

Elektronische Tests eröffnen zudem neue didaktische Optionen durch die Möglichkeit multimediale Elemente einzubinden, bspw. Bilder, Sprachbeispiele im Audioformat, Filmsequenzen oder Simulationen.

Weitere Vorteile sind die transparente Darstellung einzelner Testprozesse und -ergebnisse sowie statistische Auswertungsmöglichkeiten der eingesetzten Fragen. Sie geben Auskunft über die Qualität der Fragen und des gesamten Tests und ermöglichen eine sukzessive Qualitätssteigerung des Angebots, indem Fragen und Tests fortlaufend evaluiert und überarbeitet werden.

Herausforderungen

Initial verursachen eTests zusätzlichen Arbeitsaufwand, da zunächst ein Fragenpool aufgebaut werden muss. Mittel- und langfristig sinkt jedoch der Arbeitsaufwand, da die Tests wiederverwendet werden können. Automatische Bewertungsroutinen reduzieren zudem die sonst für zusätzliche Übungsangebote aufzubringende Korrekturzeit auf ein Minimum.

Ein in der Praxis bisweilen festzustellender Nachteil freiwilliger eTests besteht darin, dass Studierende aus Gründen der Effizienz das Angebot häufig nicht wahrnehmen – obgleich die Nutzung des Angebots nachweislich zu besseren Prüfungsergebnissen führt. Hier hat es sich bewährt, zur Motivationssteigerung die Tests entweder an die Prüfungszulassung zu koppeln oder besonders gute Ergebnisse mit Bonuspunkten zu belohnen, die auf die Abschlussprüfung angerechnet werden.

Schulungsangebot

eTests zu entwickeln ist nicht einfach. Zum einen sollte genau bestimmt werden, für welchen Zweck ein Test gestaltet wird. Zum anderen sollten einige Grundregeln des Frage- und Testdesigns beachtet werden, um auch wirklich die zuvor definierten Lernziele abzufragen und nicht unbeabsichtigt Stolperfallen für die Studierenden zu stellen.

Mögliche Einsatzszenarien, die Grundregeln des Frage- und Testdesigns sowie die Umsetzung mit und in L²P zeigen wir Ihnen in unseren Workshops “Aufbaukurs L²P: Kontinuierliches Lernen fördern mit eTests“ (siehe Veranstaltungsprogramm).

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Ansprechpartner

Harald Jakobs, Qualifizierung und Support

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Letzte Änderung: 27.10.2015