ETS-Projekt “Kommunikationsmethoden”

Im Wintersemester 2010/2011 wurde am Lehrstuhl für Anglistische Sprachwissenschaft der RWTH Aachen unter der Leitung von Professor Dr. Paul Georg Meyer ein Projekt mit dem Titel „Kommunikationsmethoden“ durchgeführt. Das Projekt wurde im Rahmen des Exploratory Teaching Space (ETS) aus Mitteln der Exzellenzinitiative in der Lehre des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft gefördert. Ziel des Projekts war es, die bestehenden computergestützten Kommunikationsformen in der Hochschullehre qualitativ und quantitativ zu untersuchen und einige Empfehlungen zur Verbesserung der Kommunikation insbesondere in studentischen Arbeitsgruppen auszusprechen. Tatiana Serbina und Markus Roth haben die Ergebnisse zusammengefasst:

Die Untersuchungen zum Medienverhalten der Studierenden in den Studienfächern Anglistik und Soziologie haben ergeben, dass hauptsächlich per E-Mail kommuniziert wird, obwohl den Studierenden viele Mittel zur Kommunikation und Kollaboration zur Verfügung stehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Terminvereinbarung, technische Realisierung von Projekten oder Texterstellung geht: Jeweils 94,0% (233), 78,0% (184) und 70,7% (169) Studierende der Anglistik finden das Medium E-Mail für diese Kommunikationszwecke sehr gut geeignet. So wurde besonders in den Fokusgesprächen deutlich, dass gemeinsame Texte und Präsentationen nicht in dazu geeigneten Wikis verfasst, sondern als Anhänge von E-Mails geschickt werden, bis das Ergebnis fest steht. Wenn es erforderlich ist, wird der Text danach einfach in ein Wiki kopiert. Dies könnte dadurch erklärt werden, dass die Studierenden nur das Produkt und nicht den Prozess ihrer Arbeit öffentlich machen möchten. Um kollaboratives Arbeiten dennoch zu ermöglichen, könnten persönliche virtuelle „Nischen“ für die studentischen Arbeitsgruppen geschaffen werden (zum Beispiel indem im Lehr- und Lernportal L²P bestimmte Bereiche für Dozenten nicht zugänglich sind).

Es wurde auch festgestellt, dass das Medium Telefon nur dann eine Konkurrenz zur E-Mail darstellt, wenn Studierende etwas Dringendes besprechen möchten. Jedoch wird der synchrone Kommunikationsweg Telefon dafür nicht wie erwartet besser, sondern (nur) genauso positiv bewertet. Nach unserer Hypothese dringt ein unerwarteter und synchron zu beantwortender Telefonanruf zu weit in die Privatsphäre der Studierenden ein, so dass die Telefonnummern in den neu gebildeten Arbeitsgruppen oft nicht ausgetauscht werden. Auf diese Weise können synchrone Kommunikationswege nur beschränkt in der Hochschullehre verwendet werden. Weiterhin haben die Ergebnisse der Umfragen gezeigt, dass soziale Netzwerke relativ häufig zur Kommunikation mit den Kommilitonen eingesetzt werden. So haben 23,9% (57) der Anglistik-Studierenden angegeben, das Medium öfter als 10-mal pro Semester für Hochschulzwecke zu benutzen. Das Medium hat gute Noten für Kommunikation innerhalb fast aller Projektphasen erhalten: Z.B. haben soziale Netzwerke 48,5% (116) geholfen, organisatorische Fragen miteinander zu klären. Da die in sozialen Netzwerken integrierte Chat-Funktion eine interaktive Kommunikation ermöglicht, die für Zusammenarbeit in den Gruppen sehr hilfreich sein kann, wäre es wünschenswert, diese Kommunikationsform verstärkt in der Lehre zu nutzen und möglicherweise in eine bereits vorhandene Plattform wie das L²P zu integrieren. Auch die Anzeige des Online-Status anderer (Seminar-)Teilnehmer kann hilfreich sein.

Falls Sie genauere Informationen zum Projekt wünschen oder den kompletten Bericht zugesandt bekommen möchten, wenden Sie sich bitte per Mail an: serbina@anglistik.rwth-aachen.de oder roth@anglistik.rwth-aachen.de.

2 Antworten auf “ETS-Projekt “Kommunikationsmethoden””

  1. Marc Widmer sagt:

    Guten Tag

    Mich würde der vollständige Bericht sehr interessieren, leider scheinen die angegebenen eMailadressen nicht zu funktionieren – jedenfalls erhalte ich immer eine Fehlermeldung.

    Könnten Sie mir den Bericht zuschicken?

    Freundliche Grüsse

    Marc Widmer

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